Eine starke Gemeinschaft - AEH-Mitgliederversammlung in Rummelsberg

Verbraucherbildung

Der Rummelsberg südlich von Nürnberg ist der Sitz der gleichnamigen Diakonie, die zahlreiche soziale Einrichtungen und Dienste in ganz Bayern betreibt. Auch die Ausbildung junger Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen spielt im Verbund eine große Rolle. Auf Anregung der Stellvertretenden AEH-Vorsit­zenden Gertraud Gräßel tagte die AEH-Mitgliederver­sammlung 2017 in der Rummelsberger Diakonie. Auf halber Höhe des Berges befindet sich ein helles und schönes modernes Besucherzentrum. Dort wurde ge­tagt.

Die AEH-Vorsitzende Susanne Gast begrüßte die Mit­glieder freundlich. Nach einer kurzen Andacht und einigen einführenden Worten zur Situation der AEH und der Hauswirtschaft allgemein kam sie auch schon auf die tiefgreifende Strukturreform innerhalb der Vorstandsarbeit der AEH zu sprechen. Die Arbeitsge­meinschaft hat sich nämlich auf der Mitgliederver­sammlung 2016 in Triesdorf eine neue Form gegeben. Neben den klassischen Vorstand treten sieben projekt­orientierte Arbeitsgruppen, in denen eigenständig Themen bearbeitet und Fachveranstaltungen organi­siert werden. 

Für den Arbeitskreis, der die Pappenheim-Seminare vorbereitet, sprach die stellvertretende AEH-Vorsitzende Christa Gampl. Sie berichtete von einer guten Atmo­sphäre im fünfköpfigen Pappenheim-Team, das über­dies gut mit Gabriele Siegel vom Evangelischen Bil­dungszentrum Pappenheim zusammenarbeitet. Das Frühjahrsseminar war dem Thema „Schönheit“ gewid­met, worunter aber sehr viel mehr zu verstehen war, als nur gut aussehen. Das Herbstseminar hatte erst vor kurzem stattgefunden und behandelte „Die Zu­kunft des Geldes“. Das Thema war nicht einfach, schließlich ging es um den Wert des Bargelds und seine allmähliche Ablösung durch elektronische Medien wie Karten und Smartphone.

Aus dem Arbeitskreis Aus- und Fortbildung im Be­reich Hauswirtschaft trug dessen Vorsitzende Susanne Gast vor. Es ist ihr und der AEH gelungen, besonders viele Berufskolleginnen zur Übernahme von Verantwortung als Prüferinnen in der Ausbildung zu gewinnen. Insgesamt geht es darum, das Berufs­bild in seinen vielen Facetten zu repräsentieren und positiv im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern. Susanne Gast vertrat ferner auch Marianne Gast-Gehring, die sich für die Organisation des AEH-Stands auf dem Johannitag in Triesdorf verantwortlich zeichnet. In diesem Jahr befand sich der AEH-Stand erstmals nicht treppauf im Weißen Saal, sondern im Lehrsaal am Eingang links. Wiederum war die BayLaH auf dem Nachbarstand vertreten, was sehr gut zusammen­passte. Zum Thema „Gemüse“ wurden nicht nur Quizfragen am fleißig frequentierten Glücksrad ge­stellt, sondern es standen zu vielen Gemüsesorten Abreißblocks des Bundeszentrums für Ernährung mit Wissenswertem zu jeder Pflanze, Zubereitung und Rezepten zur Verfügung, die sich bei den Besuche­rinnen großer Beliebtheit erfreuten.

Für den Arbeitskreis Hauswirtschaftliche Verbands­arbeit berichtete Gertraud Gräßel über die Ver­tretung der AEH in den Gremien. Lydia Kleins Bericht aus dem Arbeitskreis Verbraucherbildung und Ver­braucherpolitik wurde von DEF-Bildungsreferentin Dr. Bettina Marquis vorgetragen. Dabei ergaben sich Schnittpunkte der Öffentlichkeitsarbeit von Lydia Klein als Vorsitzender des Verwaltungsrats der Verbraucher­zentrale Bayern mit der von Bettina Marquis betreu­ten Arbeit des DEF Bayern als Stützpunkt Verbrau­cherbildung im Programm des Bayerischen Umwelt- und Verbraucherschutzministeriums. An der Stütz­punkt-Eröffnung in München hatten Susanne Gast, Lydia Klein und andere AEH-Vertreterinnen mitge­wirkt. Das erste Jahr der Zusammenarbeit im VB-Pro­gramm ist durchweg positiv zu bewerten.

DEF-Geschäftsführerin Katharina Geiger konnte ganz neu auch auf eine Ehrung hinweisen, die Lydia Klein für ihren Einsatz für das Forum Waschen auf dem gemeinsamen Stand auf der Messe „Die 66“ in München zuteil geworden war. Für ihr originelles Putztuch-Kostüm mit Zylinder und ihre Beratung rund um die richtige Waschmitteldosierung erhielt sie einen dritten Preis.

Für den Arbeitskreis Umwelt und Nachhaltigkeit berichtete Doris Wunder-Galliwoda von der kirchlichen Umweltarbeit und machte in diesem Zusammenhang auf ein Projekt aufmerksam, in dem Plastikdeckel von Getränkeflaschen gesammelt werden; für je 500 wird eine Spritze in einem Polioschutzprogramm finanziert.

Nach der Mittagspause hielt die Rummelsberger Dia­konin Martina Fritze zusammen mit zwei Auszubil­denden (zur Diakonin) einen Vortrag über die Organi­sation der Rummelsberger Diakonie und ihrer Geschich­te, wie die lange nur männlichen Diakone mit ihren Schützlingen den Weg aus der Stadt Nürnberg heraus ins Umland machten, wo die Gemeinschaft 1904 den Berg und das Gut Rummelsberg erworben hatte.

Bei einem wegen des Regenwetters verkürzten Rund­gang über das Gelände wurde die Führung im Wechsel von Martina Fritze und den beiden jungen Frauen fortgesetzt. Der Bibelgarten wurde bei triefender Nässe nur gestreift. Unter bunten Regenschirmen er­fuhren die Teilnehmerinnen von der Tätigkeit und gründlichen Ausbildung der Diakone vor deren großem Diakonenhaus und der Diakoninnen, die im nahen ehemaligen Pfarrhaus untergebracht sind. Danach besichtigten die Teilnehmerinnen die Philip­puskirche, die von den Diakonen und den von ihnen betreuten Jugendlichen 1927 überwiegend selbst er­richtet wurde. An der Decke wurde für jeden beteilig­ten Diakon ein Stern angebracht. Erst unsere Zeit fügte der Gerechtigkeit halber auch für die Jugendli­chen ohne Diakonsrang einen Stern hinzu. Die Wand­malerei im Altarbereich zeigt die Sieben Werke der Barmherzigkeit, verkörpert von je einem Diakon: Durstigen zu Trinken geben, Gefangene besuchen, Tote bestatten, Kranke pflegen und heilen, Fremde aufnehmen, Hungrigen Essen und Nackten Kleidung geben. Beim Dienst am lebenden Menschen werde die Aufgabe der Bestattung Gestorbener oft schon nicht mehr mitgedacht, erklärte Martina Fritze und führte nachfolgend über den Friedhof. Die Rummels­berger Diakonie stellt auch einen Friedwald für Be­stattungen zur Verfügung. Novembergedanken, die sich aber beim abschließenden gemeinsamen Kaffee­trinken im Café auflösten in angeregten Gesprächen.